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Thema

Die Todesstrafe in der Bibel

Zehn Stellen dieser Sammlung schreiben die Tötung eines Menschen vor. Bemerkenswert ist nicht ihre Härte – die kannten alle Rechtsordnungen der Zeit –, sondern die Liste der Anlässe.

Mit dem Tode bestraft werden soll, wer seine Eltern schlägt (2. Mose 21,15) und wer ihnen flucht (2. Mose 21,17). Wer störrisch ist, widerspricht und trinkt (5. Mose 21,18-21). Wer am Ruhetag Holz sammelt (4. Mose 15,35). Wer einvernehmlich mit einem Mann schläft (3. Mose 20,13). Wer sich im Glauben abwendet, „er möchte vornehm oder gering, Mann oder Weib sein“ (2. Chronik 15,13). Und wer einem Befehl nicht gehorcht, „sooft du uns etwas gebietest“ (Josua 1,18).

Keiner dieser Anlässe ist ein Tötungsdelikt. Bestraft werden eine Äußerung, eine Haltung, ein Wochentag, eine Neigung und der Widerspruch.

Die Gemeinde vollstreckt

Zweimal wird ausdrücklich gesagt, wer steinigen soll: „alle Männer der betreffenden Ortschaft“ (5. Mose 21,21) und „die ganze Gemeinde“ (4. Mose 15,35). Das verteilt die Verantwortung so, dass niemand sie einzeln trägt. Beim widerspenstigen Sohn nennt der Text auch den Zweck – alle sollen es erfahren „und es sich zur Warnung dienen lassen“. Das Urteil sprechen dabei die Eltern selbst.

Zwei Paragraphen über Vergewaltigung

5. Mose 22,23-27 behandelt denselben Fall zweimal, und der Unterschied liegt nicht beim Willen der Frau, sondern beim Ort. Geschieht die Tat auf dem Feld, gilt sie als unschuldig, „denn wenn das verlobte Mädchen auch geschrien hätte, so würde doch kein Retter für sie dagewesen sein“. Geschieht sie in der Stadt, wird sie mitgesteinigt – „weil sie in der Ortschaft nicht um Hilfe geschrien hat“.

Die Regel kennt keinen Begriff von Einwilligung. Sie macht das Opfer beweispflichtig, sich hinreichend gewehrt zu haben, und setzt als Strafe für das Scheitern dieses Beweises den Tod. Maßgeblich ist die Akustik.

Keine abgeschlossene Vergangenheit

3. Mose 20,13 ist kein Museumsstück. Der Vers gehört bis heute zur Begründung staatlicher Verfolgung homosexueller Menschen, und in mehreren Ländern steht darauf weiterhin die Todesstrafe. Wer ihn für überholt hält, wird das kaum aus dem Text selbst begründen können: Er verlangt die Tötung „unfehlbar“.

Verwandte Themen: Kinder in der Bibel und die Strafe Gottes.

Warnhinweis

Die folgenden Texte sind wörtliche Bibelzitate, keine Aussagen des Betreibers. Sie schildern Tötung, sexualisierte Gewalt und Gewalt gegen Kinder. Wir distanzieren uns ausdrücklich von sämtlichen biblischen Aussagen – wir geben sie lediglich unverkürzt wieder. Warum wir das tun.

10 Meme zu diesem Thema

  • 5. Mose 22,23-24

    Wenn ein Mädchen, eine Jungfrau, einem Manne verlobt ist und jemand sie innerhalb der Ortschaft trifft und ihr beiwohnt, so sollt ihr sie beide zum Tor der betreffenden Ortschaft hinausführen und sie zu Tode steinigen: das Mädchen deshalb, weil sie in der Ortschaft nicht um Hilfe geschrien hat, und den Mann deshalb, weil er die Braut eines andern entehrt hat. So sollst du das Böse aus deiner Mitte wegschaffen!

    • Todesstrafe
    • Frauen
    • Vergewaltigung
    • Steinigung
  • 5. Mose 22,25-27

    Wenn aber der Mann das verlobte Mädchen auf dem Felde angetroffen und sie ergriffen und ihr beigewohnt hat, so soll der Mann, der ihr Gewalt angetan hat, allein sterben; dem Mädchen aber soll man nichts tun: sie hat sich kein todeswürdiges Verbrechen zuschulden kommen lassen; denn es verhält sich in diesem Falle ebenso, wie wenn ein Mann einen andern überfällt und ihn ums Leben bringt. Er hat sie ja auf dem Felde getroffen; und wenn das verlobte Mädchen auch geschrien hätte, so würde doch kein Retter für sie dagewesen sein.

    • Frauen
    • Vergewaltigung
    • Todesstrafe
  • 5. Mose 21,18-21

    Maßregeln gegen widerspenstige Söhne: »Wenn jemand einen störrischen und widerspenstigen Sohn hat, der auf die Mahnungen seines Vaters und seiner Mutter nicht hört und ihnen trotz aller Zurechtweisungen nicht gehorcht, so sollen seine Eltern ihn ergreifen und ihn vor die Ältesten der betreffenden Ortschaft und zwar an das Tor des betreffenden Ortes führen und sollen zu den Ältesten der Ortschaft sagen: ›Dieser unser Sohn ist störrisch und widerspenstig; er hört nicht auf unsere Mahnungen, ist ein Verschwender und Trinker!‹ Dann sollen alle Männer der betreffenden Ortschaft ihn zu Tode steinigen. So sollst du das Böse aus deiner Mitte wegschaffen, und alle Israeliten sollen es erfahren und es sich zur Warnung dienen lassen.«

    • Kinder
    • Todesstrafe
    • Steinigung
    • Strafe
  • 3. Mose 20,13

    Wenn ein Mann bei einem andern Manne liegt, wie man einem Weibe beiwohnt, so haben beide eine Greueltat begangen; sie sollen unfehlbar mit dem Tode bestraft werden: Blutschuld lastet auf ihnen.

    • Homosexualität
    • Todesstrafe
    • Intoleranz
    • Sexualmoral
  • 2. Chronik 15,13

    Jeder aber, der sich nicht an den HERRN, den Gott Israels, halten würde, sollte mit dem Tode bestraft werden, er möchte vornehm oder gering, Mann oder Weib sein.

    • Todesstrafe
    • Intoleranz
    • Frauen
  • Josua 1,18

    »Jeder, der sich deinen Befehlen widersetzt und deinen Anordnungen nicht gehorcht, sooft du uns etwas gebietest, soll mit dem Tode bestraft werden. Nur sei stark und entschlossen!«

    • Todesstrafe
    • Gehorsam
  • 2. Mose 21,15

    Wer seinen Vater oder seine Mutter schlägt, soll mit dem Tode bestraft werden!

    • Todesstrafe
    • Frauen
    • Strafe
  • 2. Mose 21,17

    Auch wer seinem Vater oder seiner Mutter flucht, soll mit dem Tode bestraft werden!

    • Todesstrafe
    • Frauen
    • Fluch
    • Strafe
  • 3. Mose 20,15

    Wenn sich ferner ein Mann mit einem Tiere paart, so soll er unfehlbar mit dem Tode bestraft werden, und auch das Tier sollt ihr töten.

    • Todesstrafe
    • Strafe
    • Sexualmoral
  • 4. Mose 15,35

    Da gebot der HERR dem Mose: »Der Mann soll unbedingt mit dem Tode bestraft werden: die ganze Gemeinde soll ihn außerhalb des Lagers steinigen!«

    • Todesstrafe
    • Steinigung
    • Strafe