Zum Inhalt springen
#bibelblind

Thema

Sexualmoral in der Bibel

18 Stellen regeln, was erlaubt ist und was nicht. Keine von ihnen fragt nach Einvernehmen. Entschieden wird nach Konstellation – wer mit wem, in welcher Rolle, in welchem Stand –, und die Sanktionen reichen bis zur Todesstrafe.

Homosexualität

3. Mose 18,22 verbietet: „Bei einem Manne darf man nicht liegen, wie man bei einer Frau liegt; das wäre eine Greueltat.“ Eine Begründung gibt der Vers nicht – das Greuel ist die Begründung. 3. Mose 20,13 setzt die Strafe dazu: „sie sollen unfehlbar mit dem Tode bestraft werden“.

Diese beiden Sätze sind keine Kuriosität der Antike. Sie bilden das Fundament der kirchlichen Homosexuellenfeindschaft, und in mehreren Ländern steht auf einvernehmliche Handlungen zwischen Männern bis heute die Todesstrafe. 1. Korinther 6,9-10 stellt dieselbe Gruppe in eine Liste mit Dieben, Betrügern und Räubern. Judas 1,7 verknüpft Sodom mit „ewigem Feuer“ – aus dieser Verknüpfung stammt das Wort Sodomie.

Die Konstruktion in Römer 1

Der meistzitierte Abschnitt des Neuen Testaments zu diesem Thema hat einen logischen Bruch, der selten mitzitiert wird. Römer 1,24: „Daher hat Gott sie durch die Begierden ihrer Herzen in den Schmutz der Unsittlichkeit versinken lassen.“ Und 1,28: Gott „hat sie in eine verworfene Sinnesweise versinken lassen“.

Gott treibt die Menschen also in das, was ihm dann missfällt. Vier Verse später steht das Urteil: wer „derartiges verübt“, verdiene „den Tod“ (Römer 1,32). Verurteilt wird eine Sinnesweise, die nach demselben Text nicht von den Verurteilten stammt.

Enthaltsamkeit als Idealzustand

„Ein Mann tut gut, überhaupt kein Weib zu berühren“ (1. Korinther 7,1). Die Ehe kommt erst danach, und zwar als Notlösung: „können sie aber nicht enthaltsam leben, so mögen sie heiraten; denn in der Ehe leben ist besser als entflammt sein“ (7,8-9). Das ist eine Begründung für Partnerschaft, die ohne Zuneigung auskommt.

Kolosser 3,5 macht daraus ein Programm: „So ertötet denn eure Glieder.“ Leidenschaft erscheint hier nicht als etwas Menschliches, sondern als etwas zu Beseitigendes. Diese Wertung hat die christliche Sexualmoral über Jahrhunderte geprägt – und über 1. Mose 38,9-10, den Tod Onans, auch die Verdammung von Verhütung und Selbstbefriedigung.

Was nicht bestraft wird

Der aufschlussreichste Vergleich steht in Richter 19,25. Ein Mann übergibt seine Nebenfrau einer Gruppe, die sie die ganze Nacht vergewaltigt; sie stirbt im Anschluss. Der Text verurteilt weder ihn noch die Tat – der Erzähler interessiert sich für die politischen Folgen.

Einvernehmliche Handlungen stehen unter Todesstrafe, eine Gruppenvergewaltigung bleibt unkommentiert. Das ist kein Versehen, sondern die Folge des Maßstabs: Gemessen wird nicht am Schaden für einen Menschen, sondern an Ordnung und Ehre. 3. Mose 21,9 zeigt es im Kleinen – die Tochter eines Priesters soll verbrannt werden, weil ihr Verhalten das Ansehen ihres Vaters mindert. Bestraft wird die Ehrverletzung eines Dritten.

Verwandte Themen: Frauen in der Bibel, die Todesstrafe und die Hölle.

Warnhinweis

Die folgenden Texte sind wörtliche Bibelzitate, keine Aussagen des Betreibers. Sie schildern Tötung, sexualisierte Gewalt und Gewalt gegen Kinder. Wir distanzieren uns ausdrücklich von sämtlichen biblischen Aussagen – wir geben sie lediglich unverkürzt wieder. Warum wir das tun.

18 Meme zu diesem Thema

  • 3. Mose 20,13

    Wenn ein Mann bei einem andern Manne liegt, wie man einem Weibe beiwohnt, so haben beide eine Greueltat begangen; sie sollen unfehlbar mit dem Tode bestraft werden: Blutschuld lastet auf ihnen.

    • Homosexualität
    • Todesstrafe
    • Intoleranz
    • Sexualmoral
  • Hebräer 13,4

    Die Ehe werde von allen in Ehren gehalten und das Ehebett bleibe unbefleckt; denn Unzüchtige und Ehebrecher wird Gott richten.

    • Sexualmoral
    • Verurteilung
  • Römer 1,24

    Daher hat Gott sie durch die Begierden ihrer Herzen in den Schmutz der Unsittlichkeit versinken lassen, so daß ihre Leiber an ihnen selbst geschändet wurden…

    • Vergewaltigung
    • Homosexualität
    • Sexualmoral
  • Römer 1,28

    Und weil sie es verschmähten, Gott in rechter Erkenntnis festzuhalten, hat Gott sie in eine verworfene Sinnesweise versinken lassen, so daß sie alle Ungebühr verüben…

    • Bibeltext
    • Homosexualität
    • Sexualmoral
  • Römer 1,32

    …sie kennen zwar die göttliche Rechtsordnung genau, daß, wer derartiges verübt, den Tod verdient, tun es aber trotzdem nicht nur selbst, sondern spenden auch noch denen Beifall, die solche Dinge verüben.

    • Bibeltext
    • Homosexualität
    • Sexualmoral
  • 1. Korinther 6,9-10

    Wißt ihr nicht, daß keiner, der Unrecht tut, das Reich Gottes erben wird? Irret euch nicht! Weder Unzüchtige noch Götzendiener, weder Ehebrecher noch Lüstlinge und Knabenschänder, weder Diebe noch Betrüger, auch keine Trunkenbolde, keine Verleumder und Räuber werden das Reich Gottes erben.

    • Kinder
    • Intoleranz
    • Strafe
    • Sexualmoral
  • 1. Korinther 7,1

    Auf die Anfragen in eurem Briefe aber (antworte ich folgendes): Ein Mann tut gut, (überhaupt) kein Weib zu berühren…

    • Frauen
    • Sexualmoral
  • 1. Korinther 7,8-9

    Den Unverheirateten aber und den Witwen sage ich: Sie tun gut, wenn sie so bleiben, wie auch ich es bin; können sie aber nicht enthaltsam leben, so mögen sie heiraten; denn in der Ehe leben ist besser als entflammt sein.

    • Frauen
    • Sexualmoral
  • 1. Korinther 10,8

    Wir wollen auch keine Unzucht treiben, wie manche von jenen es getan haben; sind doch (deshalb) von ihnen an einem einzigen Tage dreiundzwanzigtausend gefallen.

    • Sexualmoral
  • Kolosser 3,5-6

    So ertötet denn eure Glieder, die an der Erde (haften), (in denen) Unzucht, Unsittlichkeit, Leidenschaft, böse Begierde (wohnen) und die Habsucht, die nichts anderes als Götzendienst ist; um dieser (Sünden) willen ergeht das Zorngericht Gottes über die Söhne des Ungehorsams.

    • Kinder
    • Intoleranz
    • Unterwerfung
    • Strafe
  • Judas 1,7

    Wie Sodom und Gomorrha nebst den umliegenden Städten, die in gleicher Weise wie diese in Unzucht gelebt und (Wesen von) andersartigem Fleisch nachgestellt haben, stehen sie als warnendes Beispiel da, indem sie die Strafe ewigen Feuers zu erleiden haben.

    • Hölle
    • Strafe
    • Sexualmoral
    • Homosexualität
  • 1. Mose 38,9-10

    Da Onan aber wußte, daß die Kinder nicht als seine eigenen gelten würden, ließ er, sooft er zu der Frau seines Bruders einging, (den Samen) zur Erde fallen, um seinem Bruder keine Nachkommen zu verschaffen. Dieses sein Tun mißfiel aber dem HERRN, und so ließ er auch ihn sterben.

    • Kinder
    • Frauen
    • Familie
    • Sexualmoral
  • 3. Mose 18,22

    Bei einem Manne darf man nicht liegen, wie man bei einer Frau liegt; das wäre eine Greueltat.

    • Frauen
    • Homosexualität
    • Sexualmoral
  • 3. Mose 20,15

    Wenn sich ferner ein Mann mit einem Tiere paart, so soll er unfehlbar mit dem Tode bestraft werden, und auch das Tier sollt ihr töten.

    • Todesstrafe
    • Strafe
    • Sexualmoral
  • 3. Mose 21,9

    Und wenn die Tochter eines Priesters sich durch Unzucht entweiht, so entweiht sie dadurch ihren Vater: im Feuer soll sie verbrannt werden!

    • Vernichtung
    • Sexualmoral
  • 5. Mose 22,5

    Eine Frau soll keine Männerkleider tragen und ein Mann keine Frauenkleider anziehen; denn wer dieses tut, ist für den HERRN, deinen Gott, ein Greuel.

    • Frauen
    • Sexualmoral
  • Richter 19,25

    Aber die Männer wollten nicht auf ihn hören. Da nahm der Mann sein Nebenweib und führte sie zu ihnen hinaus auf die Straße, und sie mißbrauchten sie und taten ihr Gewalt an die ganze Nacht hindurch bis zum Morgen; erst bei Tagesanbruch ließen sie sie gehen.

    • Frauen
    • Sexualmoral
    • Ausgrenzung
    • Vergewaltigung
  • Nahum 3,5

    Nunmehr will ich an dich« – so lautet der Ausspruch des HERRN der Heerscharen – »und will deine Schleppe dir übers Gesicht ziehen und den Völkern deine Blöße zeigen und den Königreichen deine Scham.

    • Sexualmoral
    • Krieg